Laufschuhe

Richtigen Laufschuh auswählen

Als Läufer benötigt man nicht zwangs-läufig viele  Ausrüstungsgegenstände. Ein für Sie passender Laufschuh ist aber der mit Abstand wichtigste Ausrüstungsgegenstand. Passende Laufschuhe minimieren das Risiko von Blasen, müde werdenden Füßen und insbesondere Verletzungen. Dabei gibt es nicht den besten oder idealen Laufschuh, sondern immer nur den für Sie am besten geeignetsten. In ihrer Grundfunktion sollen Laufschuhe jedoch immer dämpfen, stützen und führen. Das Verhältnis dieser drei Funktionen variiert je nach Kategorie des Laufschuhs. Dabei kann man Laufschuhe sowohl nach Herren- und Damenschuhe, als auch nach den an sie gestellten Anforderungen und Einsatzgebieten kategorisieren, z.B. nach:

  • Neutralschuhe
  • Dämpfungsschuhe
  • Bewegungskonrollschuhe
  • Stabilschuhe
  • Leichtgewichtsschuhe
  • Wettkampfschuhe
  • Barfußschuhe
  • Trailschuhe

Wonach wähle ich den richtigen Laufschuh aus?

Der für Sie passende Laufschuh ist von einer Reihe von Faktoren abhängig. Neben den primären Faktoren, wie Geschlecht, Gewicht und Trainingszustand, sind besonders die anatomischen Faktoren, z.B. Fußabdruck, Fußausrichtung (Abrollverhalten), Schuhgröße und Vorverletzungen, von besonderer Bedeutung bei der Laufschuhwahl. Zuletzt fließen in die Wahl auch laufspezifische Faktoren, wie Zielsetzung, Trainingsumfang, Laufuntergrund oder auch Jahreszeit mit ein.

 

Primäre Faktoren:

 

1. Geschlecht: Laufschuhe für Damen weisen geschlechtsspezifische Unterschiede auf. So ist beispielsweise der Mittelfuß und Fersenbereich meist schmaler geschnitten, wohingegen der Zehenbereich meist breiter ausfällt. Damen-Laufschuhe weisen eine höhere Dämpfung als Herren-Laufschuhe auf. Damen verfügen über eine weniger stark ausgeprägte Muskulatur und können daher Aufprallkräft schlechter auffangen.

 

2. Gewicht: Ihr Körpergewicht beeinflusst die Wahl des richtigen Laufschuhs maßgeblich. Übergewichtige Läufer benötigen meist eine stärkere Zwischensohle mit größeren Dämpfungseinheiten, da der Schuh größere Stoßkräfte beim Aufsetzen des Fußes abfedern muss. Bei leichteren Läufern könnte eine starke Zwischensohle jedoch die Flexibilität zu stark einschränken.

 

3. Trainingszustand: Trainierte Läufer kommen mit Laufbelastungen bereits besser zurecht und benötigen spezielle Funktionshilfen beim Laufschuh (z.B. Dämpfung) oftmals im geringeren Maß. Grundsätzlich gilt für einen Laufschuh folgende Regel: So wenig Dämpfung wie notwendig, so viel Flexibilität wie es der Trainingszustand zulässt.

 

Anatomische Faktoren:

 

1. Fußabdruck: Bei dem Fußabdruck unterscheidet man 4 Formen. Zusätzlich zum Normalfuß, gibt es den Spreiz-, Senk- und Hohlfuß. Beim Normalfuß sind das Längs- und Quergewölbe normal ausgebildet .Es findet eine optimale Kraftverteilung und Abrollbewegung statt. Der Senkfuß (Plattfuß) zeichnet sich durch ein abgeflachtes Längsgewölbe aus, sodass der Fußinnenrand meist tiefer als der Fußaußenrand liegt. Die schwach ausgeprägte Fußmuskulatur wird nicht selten auf Bewegungsmangel zurückgeführt. Beim Spreizfuß ist das Quergewölbe stark abgeflacht, die Mittelfußknochen werden nach außen gedrückt und der Vorfuß wird breiter. Oftmals bilden sich dadurch schmerzhafte Schwielen unterhalb der Grundgelenke der zweiten und dritten Zehe heraus. Der Hohlfuß, der meist angeboren ist, besitzt ein sehr hohes Längsgewölbe, wodurch die aufsetzenden Fußteile (insbesondere der Fußaußenrand) stärker belastet werden und vermehrt Druckschmerzen auftreten. Diese Fußdeformitäten erfordern einen bestimmten Laufschuh bzw. zusätzliche Einlagen. Allerdings sollte in vielen Fällen auf eine Korrektur durch einen passenden Laufschuh verzichtet werden, da sich beispielsweise ein Senkfuß mit richtigem Training automatisch korrigieren lässt.

 

2. Fußausrichtung (Abrollverhalten): Ein normales Abrollverhalten bezeichnet man als Pronation. Dabei weist der Fuß beim Abrollen einen leichten Knick nach innen auf bzw. dreht sich um seine Längsachse nach innen. Der äußere Fußrand hebt und der innere Fußrand senkt sich, ohne eine Veränderung im Fersenbereich. Wenn diese Einknick-bewegung zu stark ausgeprägt ist, bezeichnet man das als Überpronation. Supination stellt den gegenteiligen  Fall dar. Für diese Fußfehlstellungen gibt es spezielle Laufschuhe mit Pronationsstützen, die den Effekt der Überpronation oder Supination ausgleichen.

 

3. Schuhgröße: Obwohl die richtige Schuhgröße beim Schuhkauf immer wichtig ist, kommt ihr bei der Auswahl von Laufschuhen eine noch größere Bedeutung zu. Denn die richtige Größe ist wichtig, damit der Schuh nicht rutscht und sich Blasen bilden. Daher werden bei Laufschuhen auch halbe Größen zur Abstufung genutzt. Im Zehenbereich sollte auf ca. eine Fingerbreite Platz noch vorne geachtet werden, um Druckstellen auf die Zehen zu vermeiden. Zu berücksichtigen ist das Anschwellen der Füße beim Laufen, was bis zu einer halben Schuhgröße ausmachen kann. Da dieses Anschwellen auch im Tagesverlauf erfolgt, sollte die Anprobe von Laufschuhen eher im Laufe des Nachmittags stattfinden.

 

4. Vorverletzungen: Bestehende Vorverletzungen und dessen Krankheitsverlauf nehmen oftmals eine wichtige Rolle bei der Auswahl des richtigen Laufschuhs ein. Beispielsweise kann die Häufigkeit von Kniebeschwerden ein Indiz dafür sein, dass die Gelenkabnutzungen sehr hoch sind und der Laufschuh mehr Dämpfung geben müsste. Generell sollten Sie bei Unsicherheit die Krankheit gegenüber dem Fachverkäufer erwähnen, denn selbst Probleme im Lendenwirbel- oder sogar Halswirbelbereich können ihre Ursache in einen falschen Laufschuh haben. Der Laufschuh beeinflusst auch den Laufstil, welcher wiederum sehr unterschiedliche Anforderungen an den Körper stellt.

 

Laufspezifische Faktoren:

 

1. Zielsetzung: Die Laufschuhauswahl hängt auch davon ab, wofür Sie den Laufschuh verwenden möchten. Wenn für Sie in einem Wettkampf jede Sekunde entscheidend ist, ergeben sich andere Anforderungen an den Laufschuh, als wenn Sie vorwiegend ein Training mit extensiven Dauerläufen absolvieren möchten.

 

2. Trainingsumfang: Die Häufigkeit und Länge Ihrer Laufeinheiten gibt Aufschluss über die Belastungen, die auf Ihren Körper wirken und darüber welche Kategorie von Laufschuhen für Sie geeignet ist.

 

3. Laufuntergrund: Das Laufen auf weichem Waldboden erfordert beispielsweise einen Laufschuh mit weniger Dämpfung, als es beim klassischen Straßenlauf der Fall ist.  Bei Bodenunebenheiten empfehlen sich Laufschuhe mit besserer Führung und Stabilität.

 

4. Jahreszeit: Selten nimmt auch die Jahreszeit eine Bedeutung bei der Laufschuhauswahl ein. Das kann z.B. der Fall sein, wenn Sie gerne im Winter auf gefrorenen und teils glatteren Untergründen unterwegs sind und dadurch profilierte und besser gedämpfte Laufschuhe benötigen.

 

Laufschuhauswahl

Inzwischen gibt es eine Vielzahl verschiedener Laufschuhe auf dem Markt, die von den Herstellern mit immer neueren Systemen und Technologien beworben werden. Es gibt hier zwar grundsätzlich die Tendenz, dass teurere Laufschuhe auch besser sind, aber das ist nicht ausnahmslos der Fall. Meist finden sich auch im mittelpreisigen Segment geeignete Laufschuhe. Um insbesondere die anatomischen Faktoren bei der Laufschuhauswahl zu berücksichtigen, ist gerade für Laufanfänger der Besuch eines Fachgeschäfts empfehlenswert. Dort wird mit Ihnen neben der Besprechung der obigen Faktoren auch eine Laufbandanalyse durchgeführt, um Laufstil, Körperhaltung und Abrollverhalten zu analysieren. Oftmals wird die Auswertung der Laufbandanalyse mithilfe von Videomitschnitten zusammen mit dem Kunden vorgenommen. Der Fachverkäufer wird Ihnen anschließend eine Laufschuhkategorie empfehlen und passende Laufschuhe vorschlagen. Die Optik des Laufschuhs sollte im Idealfall gar keine, kann aber frühestens jetzt eine Rolle bei der Kaufentscheidung spielen. Übrigens ist es ratsam seine alten Laufschuhe (falls vorhanden) mitzubringen. Anhand des Abnutzungsmusters kann der Fachverkäufer bereits viele Informationen zum Abrollverhalten Ihres Fußes erhalten.

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Vielen Läufern ist nicht bewusst, dass die Haltbarkeit eines Laufschuhs nur relativ kurz ist. Stark abhängig von der Kategorie und der Qualität des Laufschuhs sowie der nutzenden Person sind es ca. 600 bis 1200 gelaufene Kilometer. Dem Laufschuh sieht man diese kurze Haltbarkeitsdauer in der Regel nicht an. Aber abgelaufene Außensohlen, Risse in der Zwischensohle oder eine Schiefstellung des Schuhs können eindeutige Indizien sein. Nachlassende Dämpfungseigenschaften sind jedoch nur schwer zu bemerken. Insgesamt entpfiehlt sich die Nutzung eines zweiten Paars Laufschuhe, da die Fußmuskulatur so unterschiedlichen Reizen ausgesetzt ist und einseitigen Belastungen vorgebeugt wird.


Bestandteile eines Laufschuhs

Ein Laufschuh besteht aus einer Vielzahl verschiedener Elemente. Dazu zählt beispielsweise das Obermaterial, der Leisten, der Schaft, die Fersenkappe, die Außensohle, die Zwischensohle, die Dämpfungselemente sowie die Schuhzunge mit Schnürbänder oder Klettverschlüsse. Der Aufbau und die Materialwahl bestimmen die Qualität des Laufschuhs. Der Leisten gibt dem Schuh seine Form, die durch eine leichte Biegung dem menschlichen Fuß nachempfunden ist. Der Schaft sollte am Fuß nur leicht anliegen, um dem Fuß ausreichend Flexibilität zu geben. An der Ferse sollte der Schaft hingegen sehr fest sitzen, ohne am oberen Abschluss der Fersenkappe auf die Achillessehne zu drücken. Im Bereich der Knöchel sollten weiche Schaumstoff-Materialen verarbeitet sein, um Scheuern und damit Blasenbildung zu verhindern. Die Zwischensohle ist eine Schicht zwischen Außensohle und Schuheinlage, die unter anderem die Dämpfungselemente enthält. Je dünner diese ist, desto flexibler, je dicker, desto starrer ist die Bewegung des Fußes im Laufschuh. Die Außensohle ist weitaus stabiler, schwerer und damit auch haltbarer. Sie besteht meist aus Gummi und weist ein tiefes Profil auf, was die Rutschanfälligkeit reduziert. Eine weiche und dicke Schuhzunge soll den Druck der Schnürbänder (oder bei Laufschuhen für Triathleten auch der Klettverschlüsse) ausreichend verteilen. Im oberen Zehenbereich werden meist atmungsaktive Materialen verarbeitet, um einen Luftaustausch und Feuchtigkeitsabtransport zu gewährleisten. Zusätzlich tragen angebrachte Reflektoren zur Sicherheit im Straßenverkehr bei.