Laufbekleidung

Für den Laufanfänger sind in erster Linie nur individuell geeignete Laufschuhe von großer Bedeutung. Wenn Sie den Laufsport aber dauerhaft ausüben und ihr Geldbeutel es hergibt, dann empfielt sich auch spezielle Laufbekleidung. Dazu zählt zunächst einmal ein Laufshirt, eine Laufhose bzw. Tight, eine Laufjacke, Laufsocken und für Frauen ein Sport-BH. Zur kälteren Jahreszeit machen zudem spezielle Laufunterwäsche, Laufhandschuhe sowie spezielle Mützen oder Stirnbänder Sinn. Bei Laufshirt, Laufhose und Laufjacke kommt es in erster Linie auf die richtige Passform an, denn die Laufsachen sollten nach Möglichkeit eng anliegen, da flatternde Jacken und Hosen den Bewegungsablauf behindern.

Laufbekleidung bzw. Funktionskleidung für das Laufen

Funktionskleidung beim Laufen: Der richtige Stoff macht's!

Sport- und speziell Laufbekleidung werden aus Synthetikfasern hergestellt und leiten die Feuchtigkeit von der Haut nach außen weiter und nehmen diese im Gegensatz zu Baumwollstoffen kaum auf. Baumwollshirts werden dagegen schwer und kleben durch den Schweiß auf der Haut, so dass die Schweißverdampfung und Ventilation auf der Haut behindert wird. In Verbindung mit Wind kann das mit Schweiß vollgezogene Baumwollshirt schnell zu Erkältungen führen. Die speziellen Fasern bei der Funktionskleidung bieten auch eine optimale Temperaturregulierung, so dass ein Luftaustausch stattfinden und dennoch die Wärme auf der Haut gespeichert werden kann.

 

Bei der Pflege von Funktionskleidung ist zu beachten, dass zwar der Großteil der Laufbekleidung bei 40 Grad gewaschen werden kann, aber die Hinweise auf der Kleidung gelesen werden sollten, da es auch Ausnahmen gibt. Zudem sollte nicht so viel Waschmittel und auch kein Weichspüler genutzt werden, um speziell bei Laufjacken die Imprägnierung nicht zu schädigen. Über spezielle Waschzusätze kann die Imprägnierung bei nachlassender Wirkung aber wieder hergestellt werden.

 

Laufbekleidung im Winter: Der Kälte standhalten!

Bei kälteren Temperaturen muss bei der Laufbekleidung entsprechend darauf geachtet werden, dass man genug an hat, um nicht auszukühlen, aber wiederum auch nicht zu viel, um übermäßiges Schwitzen zu vermeiden. Gemäß dem Sprichwort, dass es kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung gibt, findet man mit der richtigen Laufbekleidung auch bei Kälte den Spaß beim Laufen. Da jeder Mensch ein unterschiedliches Kältegefühl hat, kann man nicht pauschal für jede Temperatur die ideale Laufbeleidung empfehlen. Daher muss jeder Läufer für sich selbst die zur Temperatur passende Laufbekleidung identifizieren.

 

Speziell bei kälteren Temperaturen sollte man sich nach dem Zwiebelschalenprinzip kleiden. Man sollte lieber mehrere dünne Schichten an Laufbekleidung tragen, als wenige sehr dicke Stoffe. In der Regel sollten auch bei sehr kalten Temperaturen immer maximal drei Schichten am Oberkörper ausreichen, bei größerer Kälteempfindlichkeit maximal 4 dünne Schichten. Idealerweise sollten dabei alle Stoffe aus speziellen Synthetikfasern bestehen, damit die Feuchtigkeit von innen nach außen abgegeben werden kann. Als innerste Schicht bietet sich Funktionsunterwäsche bzw. Thermounterwäsche an, welche ebenfalls die Feuchtigkeit nach außen transportieren und eine Wärmeschicht auf der Haut halten. Daneben sollten Mütze und Handschuhe nach Möglichkeit auch aus funktionellen Materialen bestehen, da über Hände und Kopf viel Schweiß abgegeben wird.

 

Aber gerade Laufanfänger neigen dazu, sich zu warm anzuziehen. Die Sommersachen zum Laufen sollten immer etwas früher aus dem Schrank geholt werden, als die für den Alltag. Lieber die ersten Kilometer etwas frieren, als im weiteren Trainingsverlauf zu stark zu schwitzen. Bei warmen Temperaturen bietet sich statt der Tight eher eine kurze Hose an, da diese eine bessere Luftzirkulation einbringt.

 

Laufen im Regen: Wasserfeste Laufbekleidung

Bei Nässe würde man vermutlich am ehesten an wasserdichte Materialen bei der Laufkleidung denken, allerdings sind diese meist nicht atmungsaktiv und der Schweiß bleibt dadurch stärker auf der Haut. Hier muss man abwägen (z.B. nach Stärke des Regens), ob man lieber mit der Zeit von außen nass wird und dafür der Schweiß besser nach außen abgegeben wird, oder man sich lieber vor dem Regen schützen möchte.

Vor oder nach einen Wettkampf haben Sie sicherlich schon viele Läufer beobachtet, die sich mit Folien umhüllen. Diese schützen zwar auch vor Regen, allerdings werden Sie zumeist eingesetzt, um ein Auskühlen vor oder nach dem Wettkampf zu verhindern. Nach dem Training oder Wettkampf sollten Sie bei Regen schnell trockene Sachen anziehen, da ihr Immunsystem direkt nach der Laufbelastung sehr anfällig ist und Sie sich mit nasser Kleidung schnell eine Erkältung holen können. Eine Dehnung kann dann auch noch nach der Dusche erfolgen.

 

Sport-BH für Frauen ein Muss beim Laufen

Da die weibliche Brust zum großen Teil aus Bindegewebe besteht, gibt es ein erhöhtes Risiko, dass dieses Gewebe erschlafft und die Brust zunehmend hängt. Ein Training der Brustmuskulatur kann da nur bedingt helfen. Da es beim Laufen zu Auf- und Abbewegungen kommt, führt das zu einen Erschlaffungseffekt bei der weiblichen Brust. Zudem können ebenfalls Verspannungen im Schulter- und Rückenbereich auftreten. Spezielle Sport-BHs sitzen eng, stützen die Brust und reduzieren damit die Bewegung der Brust beim Laufen. Somit verhindern Sie die Erschlaffung des Bindegewebes in der Brust. Zu fest sitzende Sport-Bhs können jedoch den Brustkorb einschnüren. Ein Top hat dagegen eine geringere Stützfunktion und sollte nur bei einer kleineren Brust genommen werden. Ein Singlet mit integrierten Bustier ist jedoch eine gute Alternative und bringt ausreichend Stützfunktion. In jedem Fall sollten Sie den Sport-BH vor dem Kauf anprobieren und die Stützfunktion durch Auf- und Abspringen testen.

Laufsocken für eine Langzeitausdauerbelastung

Laufsocken haben eine anatomische Passform, damit sich keine Falten und Blasen durch das Laufen bilden. Die richtige Passform von Laufsocken ist wichtig, weshalb man Sie vor dem Kauf anprobieren sollte. Es gibt auch speziell für einige Laufschuhe hergestellte Laufsocken.


Laufsocken sind meist aus hochwertigen Materialen hergestellt, strapazierfähig und individuell für jeden Fuß geschnitten. Während Sie an besonders empfindlichen Stellen, wie Ferse oder Zehen, verstärkt sind, bestehen Sie an anderen Stellen aus sehr dünnen Fasern, um Feuchtigkeit vom Fuß abzuleiten und einen Luftaustausch zu gewährleisten. Gerade für längere Laufstrecken können aufgrund der hohen Belastungen an den Füßen spezielle Laufsocken empfehlenswert sein.


Kompressionsstrümpfe: Mythos oder Segen?

Kompressionsstrümpfe bzw. Stützstrümpfe für das Laufen

Eine zunehmende Verbreitung in der Laufszene finden Kompressionsstrümpfe bzw. Stützstrümpfe. Im Bereich der Wade sind Sie aus elastischen Materialen gestrickt und üben einen leichten Druck auf die Wadenmuskulatur aus. Durch den verstärkten Druck soll sich die Blutversorgung der Muskulatur verbessern und es daher zu einer Leistungssteigerung kommen. Die subjektive Belastungseinschätzung ist niedriger und es soll sich bei gleicher Belastung weniger Laktat bilden. Durch das Stützen der Wadenmuskulatur sollen zudem die geringeren Schwingungen beim Laufen auch das Risiko von Muskelbeschädigungen und durch einen geringen Zug an der Achillessehne deren Reizung reduzieren.

 

Diese positiven Wirkungen der Kompressionsstrümpfe konnten allerdings bisher noch nicht in Studien belegt werden. Überwiegend wird jedoch eher davon ausgegangen, dass es gewisse positive Wirkungen gibt, sie jedoch nur bei einer geringen Anzahl an Läufern bemerkbar und somit in Studien schwer belegbar sind. Bei den Top-Langstreckenläufern werden Kompressionsstrümpfe bisher jedoch nur in Einzelfällen genutzt.